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Andrea Nahles in Stockelsdorf: Arbeitsministerin diskutiert mit 70 Besuchern über ihr Rentenkonzept

Aktuelles

06.04.2017
 

mit Sandra Redmann (MdL aus Ostholstein), Bundesministerin Andrea Nahles und SPD-Ortsvereinsvorsitzender von Stockelsdorf, Jens Andermann
(Foto: Thelen)

 

Unter dem Motto „Gute Arbeit + Faire Löhne = Sichere Rente“ hat auf Einladung von Bettina Hagedorn, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein, die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles am 6. April im Stockelsdorfer Herrenhaus mit rund 70 Besuchern über ihr Rentenkonzept und neue Modelle für die Arbeitspolitik diskutiert. Mit dabei waren auch die Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (SPD) und Jens Andermann, seit Kurzem SPD-Vorsitzender aus Stockelsdorf.

Besonders viele Fragen beantwortete die Bundesarbeitsministerin zum Konzept der vorzeitigen Rente. Im Mittelpunkt der Diskussion standen aber auch die Chancen und Herausforderungen der Arbeit 4.0 – also der Digitalisierung von Arbeitsbereichen – und der Migration, die einen großen Vorteil für die Wirtschaft bieten kann. Andrea Nahles: „Ausländer sind keine Gefahr für Arbeitsplätze, sie sind eine Bestandsgarantie für innovative Unternehmen. Das müssen wir nutzen! Dass uns irgendwann die Arbeit ausgeht, ist Quatsch!“

Bettina Hagedorn: „Andrea Nahles ist ohne jeden Zweifel eine der energischsten Ministerinnen der Regierung und hat für die SPD eine großartige Erfolgsbilanz vorzuweisen: Die Einführung des Mindestlohns brachte auch vielen Geringverdienern in Ostholstein die größte Lohnerhöhung ihres Lebens – noch 2013 arbeiteten allein in unserer Region über 22.000 Menschen für unter 6,50 Euro Stundenlohn, davon fast 9.000 in Vollzeit! Dank starker Gewerkschaften glückten in den letzten beiden Jahren endlich wieder teils kräftige Tariferhöhungen, die – zusammen mit dem Mindestlohn – im Juli 2016 zu der höchsten Rentensteigerung mit über 5 Prozent geführt haben, weil in unserem Sozialsystem „Gute Arbeit + Faire Löhne“ im Ergebnis eine sichere Rente garantieren. Andrea Nahles hat die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für diejenigen durchgesetzt, die 45 Jahre eingezahlt haben und bisher schmerzhafte Rentenabschläge von über 10 Prozent hinnehmen mussten – eine Frage von Gerechtigkeit und Respekt vor den Menschen, die jahrzehntelang geschuftet und unsere Sozialsysteme mit ihrem Beitrag gestützt haben. Aber sie hat auch die Ausweitung der „Mütterrente“ umgesetzt, von der die Frauen spürbar profitieren, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, als fehlende Betreuungsangebote ihnen die Chance auf eigene Berufstätigkeit noch erschwerten. Und sie hat mit dem Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Behinderung den Einstieg in ein selbstbestimmteres Leben mit mehr Rechten gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention geschafft. Eine stolze Leistungsbilanz – doch die Arbeit geht auch in Zukunft weiter!“ 

Im März haben Andrea Nahles und Martin Schulz ein Konzept vorgestellt, wonach speziell bei Älteren, die unverschuldet arbeitslos werden, eine deutliche Verlängerung des Arbeitslosengeldbezuges beansprucht werden kann, wenn sich die Arbeitssuchenden der Herausforderung echter Weiterqualifizierung stellen, um die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz zu wahren: das „Arbeitslosengeld Q“, das für „Qualifizierung“ steht.

Bettina Hagedorn: „Fakt ist: Wer heute – oft unverschuldet z.B. durch Insolvenz seiner Firma – teils nach jahrzehntelanger harter Arbeit seinen Arbeitsplatz mit 50 - 55 Jahren verliert, hat oft Probleme einen gleichwertigen neuen Job zu finden, weil sich die Berufsbilder dieser oft hochqualifizierten Männer und Frauen enorm verändert haben und nur individuelle Qualifizierung und oft umfangreiche Fortbildungen die Chance bieten, auch die letzten 10 – 15 Jahre bis zur Rente noch mit Freude arbeiten zu können. Wir wollen, dass diese Menschen nicht mehr nach viel zu kurzer Zeit im Hartz-IV-Leistungsbezug sind und sich aufs „Abstellgleis“ geschoben fühlen.“