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Besuch Kliniken: Bettina Hagedorn im Dialog zur Pflegereform

Aktuelles

22.04.2016

 

Bettina Hagedorn und Hilde Mattheis mit Vertretern des AMEOS Klinikum in Neustadt (Foto: AMEOS Klinikum Neustadt)

 

Am 22. April 2016 habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin und Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Gesundheit, Hilde Mattheis, die Sana Klinik in Oldenburg und das AMEOS Klinikum in Neustadt besucht. Wir diskutierten in der Sana Klinik gemeinsam mit dem Geschäftsführer Andre Stoschus, der Leiterin der Krankenpflegeschule Christiane Albrecht, der Qualitätsmanagementbeauftragten Jutta Berstgen, der Pflegedienstleitung Beate Rinck und der Betriebsratsvorsitzenden Beate Fleischmann über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum neuen Pflegeberufegesetz. Auch im AMEOS Klinikum in Neustadt interessierten sich Michael Diekmann, Vorstandsmitglied AMEOS Gruppe, Frank-Ulrich Wiener, Regionalgeschäftsführer AMEOS Nord, Heino Esmann, Leiter AMEOS Institut Nord sowie Ute Stahl, stellv. Leitung und Betriebsrätin Erken Schröder, Reginalleiterin AMEOS Nord für die anstehenden Reformen.

Seit 2013 waren die Reform der Ausbildung der Pflegeberufe und der sich seit langem abzeichnende Fachkräftemangel stets Kernthema unserer Debatten. Dass jetzt endlich ein Gesetzentwurf der Regierung zur Diskussion steht, ist aus unserer Sicht überfällig! Doch wie die Erfahrung zeigt, verlässt kein Gesetz den Bundestag ohne parlamentarische Veränderungen: Die öffentliche Anhörung Ende Mai im Gesundheitsausschuss nehmen wir zum Anlass, noch Verbesserungen vorzuschlagen – jetzt mit den kritischen Anmerkungen der Ostholsteiner! Auch Fragen aus der Praxis konnten wir bei unserem Besuch in der Sana Klinik und im AMEOS Klinikum klären.

 

Anette Schlichter-Schenk, Jutta Bestgen, Bettina Hagedorn, Klaus Zorndt und Hilde Mattheis. (Foto: Manuel Büchner)

Der Gesetzentwurf ist ein Systemwechsel in der Pflegbranche und der nächste Schritt in der Reform, für den die SPD jahrelang gekämpft hat. Mit dem neuen Pflegeberufegesetz soll nach jahrelanger Diskussion mit den Berufsverbänden sowie zwischen Bund und Ländern die bislang getrennte Ausbildung der Berufe in der Kinder-, Kranken- und Altenpflege zusammengeführt werden. Durch diese längst überfällige Neuordnung hin zu einer generalisierten Ausbildungsstruktur möchte die SPD die beruflichen Chancen der Beschäftigten in der Pflege verbessern, die Attraktivität des Berufsbildes angesichts des großes Fachkräftebedarfes steigern und die Altenpflegeausbildung endlich auch grundsätzlich bundesweit kostenlos anbieten. Durch das Gesetz soll die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich gesteigert und gerade die Altenpflegekräfte aus ihrer – häufig so empfundenen – beruflichen Sackgasse geholt werden.

Es ist seit langem ein Skandal, dass Auszubildende in der Altenpflege trotz enormen Fachkräftemangels ihre eigene Ausbildung mitfinanzieren müssen – darin waren sich alle Teilnehmer einig. In Anbetracht der demographischen Entwicklung ist eine gemeinsame Grundausbildung in Kinder-, Kranken- und Altenpflege dringend erforderlich – eine Veränderung, die für Diskussionen sorgte. Wir konnten beschwichtigen: Gleichzeitig wird es natürlich künftig eine erforderliche Spezialisierung in der Alten-, Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege geben. Es wird durch ausreichend lange Übergangsfristen und Abstimmungen in den Lehrplänen sichergestellt sein, dass auch weiterhin Spezialwissen vermittelt und die Qualität weiter verbessert werden kann. Entscheidend ist die künftige gesetzliche Verankerung der Durchlässigkeit innerhalb der Berufe und zusätzlich von der Helferausbildung bis hin zum akademischen Abschluss. Die kritischen und konstruktiven Anregungen nehmen wir nun mit nach Berlin!