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Ein-Euro-Jobber sollen die Aufgaben der Bürgerarbeiter bei der Neustädter Tafel übernehmen

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Gesprächsteilnehmer zum Thema „Bürgerarbeit“ bei der Tafel in Neustadt Foto: Lars Winter

Gemeinsam mit Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, dem Bereichsleiter Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit Markus Biercher, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit Margit Haupt-Koopmann, dem Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein Karsten Marzian und dem Landtagsabgeordneten Lars Winter besuchte ich die Neustädter Tafel. Im Gespräch mit Sylvia Blankenburg, Vorstandsmitglied der Neustädter Tafel ging es angesichts der Ende 2014 insgesamt zehn wegfallenden Bürgerarbeitsplätze um die gesicherte Fortführung der Tafel mit Unterstützung des JobCenters Ostholstein: Künftig sollen Ein-Euro-Jobber diese Aufgaben wahrnehmen.

Seit drei Jahren nutzt die Neustädter Tafel das maßgeblich mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Projekt „Bürgerarbeit“ und beschäftigt sozialversicherungspflichtig zehn Bürgerarbeiter, die zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern dafür sorgen, dass jede Woche die Lebensmittel von Supermärkten, Bäckereien, Tankstellen und Marktbeschickern abgeholt, sortiert und an verschiedenen Ausgabeterminen an Bedürftige verteilt werden, sie arbeiten als Fahrer, Sortierer und Verkäuferinnen. Die Neustädter Tafel versorgt derzeit knapp 1.000 Menschen pro Woche in Neustadt und Umgebung mit Lebensmitteln. Die jetzt in „Bürgerarbeit“ Beschäftigten haben am Ende überwiegend drei Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet und eine Fülle an zusätzlicher Qualifizierung erfahren. Dadurch sind ihre Chancen auf einen erfolgreichen „Sprung“ auf den ersten Arbeitsmarkt enorm gestiegen: Von 119 in Bürgerarbeit Beschäftigten in den sieben Sozialkaufhäusern und 24 bei den Tafeln Ostholsteins konnten 29 Beschäftigte anschließend eine Anstellung auf dem regulären Arbeitsmarkt finden – das beweist, wie wichtig diese Projekte sind und waren und warum Folgeprojekte mit EU-Förderung ab 2015 auch für Ostholstein als wertvoll einzuschätzen sind.

Foto: Lars Winter

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat seit Mitte Juli 2010 insgesamt etwa 34.000 Bürgerarbeitsplätze bundesweit mit EU-Mitteln gefördert - davon wurden in Ostholstein vom Jobcenter insgesamt 344 Bürgerarbeitsplätze angeboten, die für die geförderten Arbeitnehmer eine enge Begleitung durch einen persönlichen Coach vorsahen. Vor allem durch eine starke Verankerung vor Ort und ein Zusammenwirken mit der lokalen Wirtschaft und Verbänden steigen die Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung. Das Programm war von vornherein bis zum 31. Dezember 2014 befristet und läuft entsprechend Ende des Jahres mit der EU-Förderperiode aus. Am 21. Mai 2014 hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Haushaltsausschuss gemeinsam mit dem Vorstandschef Weise der Bundesagentur für Arbeit angekündigt, dass schon im Sommer Projekte für die neue Förderperiode ab 2015 entwickelt werden – erste Ergebnisse sollen im Herbst vorgestellt werden.