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Entwicklungen am Arbeitsmarkt: Bettina Hagedorn zu Gast im Jobcenter und bei der BA in Eutin

Aktuelles

14.07.2016

Karsten Marzian, Bettina Hagedorn, Margit Haupt-Koopmann und Markus Dusch (v.l.n.r.) (Foto: Jobcenter Ostholstein)

Gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, habe ich am Donnerstag, 14. Juli 2016, das Jobcenter Ostholstein und die Bundesagentur für Arbeit Eutin besucht. In unseren Gesprächen mit dem Leiter der Arbeitsagentur Lübeck, Markus Dusch, und dem Leiter des Jobcenters Ostholstein, Karsten Marzian, haben wir über aktuelle und kommende Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt gesprochen. 

Vor allem informierte ich mich über die Aktivitäten und Projekte der Arbeitsagentur und des Jobcenters zur Vermittlung von Arbeitslosen in Beschäftigung - besonders von Frauen und Alleinerziehenden. Schwerpunkte waren dabei die Umsetzung der Bundesprogramme zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit sowie die Auswirkungen, die es nach der Einführung des jahrelang von SPD und Gewerkschaften geforderten und zum 1. Januar 2015 endlich trotz CDU-Widerstands eingeführten Mindestlohns von 8,50 Euro (ab 2017 dann sogar 8,84 Euro!) auf unsere Region und ganz Schleswig-Holstein gibt - vor allem in der Tourismusbranche. Entgegen der Horrorszenieren, die die Gegner des Mindestlohns beschworen haben, zeigt sich, dass viele 450 Euro-Jobs in sozialversicherungspflichtige  Jobs umgewandelt wurden und die Arbeitslosigkeit eben nicht gestiegen, sondern - ganz im Gegenteil - sogar gesunken ist!  

In der momentanen Situation besonders interessant war für mich die berufliche Integration der Flüchtlinge und Asylberechtigten. 

Im Anschluss an das Gespräch im Jobcenter habe ich deshalb mit Margit Haupt-Koopmann, Markus Dusch und Karsten Marzian die Maßnahme „Connect“ des Jobcenters für Asylberechtigte in Eutin besucht. Durchgeführt wird das Projekt von der „GSM Training & Integration GmbH“. Ziel von „Connect“ ist es, Asylberechtigte intensiv persönlich zu betreuen und über verschiedene Instrumente mit ihnen zusammen optimale Grundlagen für einen guten Start in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu schaffen. Wichtig sind dabei die Stärkung und der Ausbau bereits vorhandener Kompetenzen. Gemeinsames Ziel ist es, dass die Projektteilnehmer erfolgreich einen Ausbildungsplatz oder Arbeit finden und so ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können. 

Aktuell bekommt das Jobcenter Eutin eine Förderung vom Bund in Höhe von 1,449 Mio. Euro für den Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit und ist zudem eines von 105 ausgewählten Jobcentern bundesweit, die beim Förderprogramm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" mit 5,346 Mio. Euro durch das von Andrea Nahles (SPD) geführte Bundesarbeitsministerium beteiligt werden.

Die Arbeitslosigkeit ist in Ostholstein um fast 50 Prozentpunkte gesunken im Vergleich zu 2005 (2005: 10.119 Personen, 2016: 5.205 Personen). Besonders erfreulich sind die Veränderungen auf dem ostholsteiner Arbeitsmarkt für Frauen und junge Menschen unter 25 Jahren, die wohl maßgeblich auf die Einführung des Mindestlohns zurückgeführt werden können - denn besonders Frauen und Berufseinsteiger waren von prekären Arbeitsverhältnissen und 450 Euro-Jobs betroffen. Im Vergleich zum Juni 2015 ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen im Juni 2016 um 10,1 Prozentpunkte zurückgegangen und bei den 15-25-Jährigen sogar um 12,9 Prozentpunkte. Insgesamt in Ostholstein ist die Arbeitslosigkeit im Juni 2016 um 6,9 Prozentpunkte gesunken zum Vergleichsmonat Juni 2015.