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Sundbrücke: Deutsche Bahn verschiebt den notwendigen Tausch des Tragseils um 13 Wochen!

Aktuelles

23.06.2017

Bettina Hagedorn auf der Fehmarnsundbrücke

(Foto: studio kohlmeier berlin)

 

Den dringend erforderlichen Austausch des Tragseils der Fehmarnsundbrücke verschiebt die Deutsche Bahn auf Ende September – eigentlich sollte der Tausch ab 26. Juni 2017 über die Bühne gehen. Das hat die Deutschen Bahn durch Bernd Homfeldt am 23. Juni morgens im Rechnungsprüfungsausschuss ab 7:30 Uhr bekannt gegeben und ergänzte damit einen erneut belanglosen Bericht vom 18. Mai des Bundesverkehrsministeriums, in dem dieses über die Fortschritte der notwendigen Untersuchungen und Instandhaltungsmaßnahmen am „Kleiderbügel“ berichten sollte. Bettina Hagedorn, Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses hat den erneut nichtssagenden Bericht des Verkehrsministeriums ebenso wie die Verschiebung des dringend erforderlichen Seiltausches durch die Deutsche Bahn kritisiert:

 

„Der Bericht des Bundesverkehrsministeriums vom 18. Mai, mit dem über die Ergebnisse der Ende April durchgeführten Untersuchungen an der Sundbrücke und Konsequenzen für weitere Sanierungsmaßnahmen an unserem ‚Kleiderbügel‘ berichtet werden sollte, enthält Null konkrete Aussagen – der Bundesrechnungshof kritisiert (Zitat), dass es ‚keine verwertbaren Informationen‘ gäbe und die getroffenen Aussagen ‚inhaltsleer‘ seien. Deutlicher geht es nicht. Daraufhin habe ich als Ausschussvorsitzende kurzfristig Vertreter der Deutschen Bahn eingeladen, die mit einer 17-seitigen Power-Point-Präsentation dem Ausschuss Rede und Antwort standen. Zu unserer  Überraschung erfuhren wir so, dass der dringend erforderlich Austausch des seit Jahren defekten Seiles, der für den 26. Juni terminiert war, auf den 26. September verlegt worden ist – angeblich in Abstimmung und auf ausdrücklichen Wunsch der Akteure vor Ort wegen der Ferienzeit. Das ist deshalb besonders befremdlich, weil dieser Seiltausch nur drei Nächte von 22:00 bis 05:00 Uhr und eine erforderliche Vollsperrung von ca. 5 Minuten (!) erfordern soll – eine Langsamfahrstelle soll für eine Woche nötig sein. Allerdings können diese Arbeiten ausschließlich bei optimalen Wetterbedingungen mit bis zu Windstärke 4 und Temperaturen von 20 Grad erfolgen. Ende Juni ist das Wetter unbestreitbar wärmer und konstanter als Ende September. Diese Verzögerung von 13 Wochen ist auch deshalb fatal, weil erst danach das ausgetauschte Seil einer ‚zerstörenden Materialprüfung‘ unterzogen werden kann, die wiederum relevante Erkenntnisse für die weiteren Instandhaltungen liefern soll. Auch die Verstärkung des Endquerträgers und der Austausch der Topflager 5 + 6 soll jetzt erst Ende September beginnen und Ende November abgeschlossen sein… da herrscht manchmal schon Frost. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso man sich mit dieser 3-monatigen Verschiebung in die Gefahr begibt, die verabredeten Arbeiten 2017 nicht in dem Umfang und Zeitplan umsetzen zu können, wie es eigentlich seitens Bahn und Verkehrsministerium fest zugesagt war.“  

Bernd Homfeldt, Leiter Großprojekt Schienenanbindung Fehmarnbeltquerung (FBQ) der DB Netz, erklärte den Parlamentariern in der Ausschusssitzung, dass allerdings die auf 2017 vorgezogene Seilprüfung zu 70 Prozent abgeschlossen sei und beidseitig das Gutachten bis 11. August vorliegen werde.

Am 2. Dezember 2016 hatte der Rechnungsprüfungsausschuss im Beisein des damaligen Bahnchefs Dr. Rüdiger Grube einstimmig beschlossen (Zitat): „die DB Netz AG [ist angehalten], dass das defekte Seil im Jahr 2017 ausgetauscht und untersucht wird und dass die sich daraus abzuleitenden Arbeiten an allen weiteren Seilen wie geplant bis zum Jahr 2018 abgeschlossen sind“.

Hagedorn: „Ich werde der Deutschen Bahn weiterhin bei der Einhaltung ihrer Zusagen und den Zeitplänen ‚auf die Finger schauen‘ – es geht schließlich um dringend erforderliche Instandsetzungsarbeiten, die im Sinne des langfristigen Erhalts der Brücke unverzichtbar sind.“