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´100 Jahre Frauenwahlrecht´ - Bettina Hagedorn zum Festakt in Berlin

Pressemitteilungen

12.11.2018


(Foto: Andreas Amann)

20-Euro-Gedenkmünze würdigt den Einfluss engagierter Frauen in die Politik!

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin wird am 12. November 2018 im Rahmen eines Festaktes ein wichtiges Jubiläum im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf Einladung von SPD-Familienministerin Dr. Franziska Giffey feierlich begangen: „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Als parlamentarische Staatssekretärin von Finanzminister Olaf Scholz wird Bettina Hagedorn bei diesem Festakt eine besondere Ehre zuteil: Die Erstprägungen der 20-Euro-Gedenkmünze in Sterling-Silber „100 Jahre Frauenwahlrecht“, die ab dem 17. Januar 2019 im Handel erhältlich sein werden, überreicht sie offiziell an die Bundesministerin Dr. Franziska Giffey sowie an die ehemaligen Bundesfamilienministerinnen Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Ursula Lehr, Christine Bergmann, Manuela Schwesig und Katarina Barley.

Bettina Hagedorn: „Das Jubiläum ´100 Jahren Frauenwahlrecht` erinnert an den letztlich 1918 erfolgreichen Kampf mutiger Frauen für die Einführung des Frauenwahlrechts als Grundvoraussetzung für demokratische Teilhabe und Selbstbestimmung. Mit dem Wahlrecht für die Frauen zogen 1919 auch erste weibliche Abgeordnete in die Parlamente ein und waren fortan couragierte Vorkämpferinnen nicht nur für mehr Gleichberechtigung in Deutschland, sondern immer auch für sozialen Fortschritt und Frieden: 1919 hielt die Sozialdemokratin Marie Juchacz, als erste Frau eine Rede im Parlament, in der sie mutig für mehr Frauenrechte stritt. Neben ihrer Arbeit als Abgeordnete gründete sie in den 20er Jahren die Arbeiterwohlfahrt in Deutschland. Es waren auch Frauen mit der SPD-Abgeordneten Elisabeth Selbert an der Spitze, die 1948 in unserem Grundgesetz gegen massiven Widerstand den Artikel 3 durchsetzten: ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.‘ Es war ein Meilenstein, der der Gleichberechtigung damit Verfassungsrang gab. Aber auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist die Gleichberechtigung keineswegs vollendet. Die Welt braucht dringend mehr weibliche Durchsetzungskraft für ein PLUS an sozialem Zusammenhalt, für Initiativen für Abrüstung und Frieden.“

Mit Blick auf die Wahlen in der USA vergangene Woche ergänzt Hagedorn: „Der Ruf nach jungen, engagierten Frauen hat auch die Midterm-Wahlen in den USA geprägt: So sind für die Demokratinnen mit Rashida Tlaib (Michigan) und Ilhan Omar (Minnesota) die ersten muslimischen Frauen, mit Sharice Davids (Kansas) und Deb Haaland (New Mexico) die ersten mit indigener Abstammung sowie mit Alexandria Ocasio-Cortez (New York) die jüngste Frau, die jemals in den Kongress eingezogen ist, in das Repräsentantenhaus gewählt worden. Das ist ein hoffnungsvolles Signal, das frischen Wind im amerikanischen Kongress verspricht! Auch im Deutschen Bundestag war der Anteil weiblicher Abgeordneter schon einmal höher als heute: Lang er in der vergangen Legislaturperiode noch bei 36,5 Prozent, schrumpfte der Frauenanteil nach der Wahl 2017 auf nur noch knapp über 30 Prozent. Insbesondere die Fraktionen der AfD (10,6 Prozent), FDP (22,5 Prozent) und auch der CDU/CSU (20 Prozent) zeigen ein ungleiches Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Abgeordneten. Daher wünsche ich mir einen neuen Aufbruch von starken Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen und damit auch in der Politik!“ 

Zum Hintergrund: Die 20-Euro-Gedenkmünze besteht aus Sterlingsilber (Ag 925). Sie hat eine Masse von 18 g, einen Durchmesser von 32,5 mm und wird in den beiden Prägequalitäten Stempelglanz und Spiegelglanz hergestellt. Die Münzen in der Prägequalität Stempelglanz werden zum Nennwert (20 Euro) ab 17 Januar 2019 in den Verkehr gebracht. Die Ausgabe der Münzen in der Sammlerqualität Spiegelglanz erfolgt zu einem über dem Nennwert liegenden Verkaufspreis. Der Entwurf der Münze stammt von der Künstlerin Anne Karen Hentschel aus Bremen. Die Bildseite zeigt eine Gruppe von Frauen, die wie in einem Demonstrationszug auf den Betrachter zuläuft. Die Durchsetzung des Wahlrechtes war vielen engagierten Persönlichkeiten zu verdanken. Daher zeigt die Münze auch keinen Demonstrationszug in einer konkreten historischen Situation, sondern eine Gruppe von Frauen aus verschiedenen Zeiten, die bis heute für eine gleichberechtigte Teilhabe an politischen Prozessen kämpft. Die Münze gedenkt damit sowohl der demokratischen Errungenschaft des Frauenwahlrechtes 1919 als auch der Dynamik, die bereits 1908 mit der Aufhebung der Vereinsgesetze, die Frauen an politischer Betätigung hinderten, begann. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: Heraus mit dem Frauenwahlrecht.