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Briefmarkenpräsentation: 150 Jahre Ernst Barlach - der lange Weg zur Anerkennung

Aktuelles

28.01.2020


Mit Bettina Martin, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, in Güstrow
(Foto: BMF)

Am 27. Januar 2020 hatte ich die Ehre, die Sonderbriefmarke anlässlich des 150. Geburtstags Ernst Barlachs in seinem Atelier-Haus in Güstrow am 02. Januar öffentlich vorzustellen.

Er etablierte im Zeitraum von 1906 bis 1938 seinen unverwechselbaren Kunststil und drückte so dem deutschen Expressionismus seinen ganz „eigenen Stempel“ auf, wodurch er diesen nachhaltig mit seiner ganz persönlichen Note beeinflusste. Er hinterließ über 450 Plastiken aus Bronze und Holz, ca. 2.000 Zeichnungen, 100 Skizzenbände, Lithografien, Holzschnitte, Theaterstücke, Romane und tausende Briefe.

Doch 1937 - ein Jahr vor seinem Tod - wurde seine Kunst durch die Nationalsozialisten als „entartet“ deklariert und aus allen öffentlichen Gebäuden und Museen entfernt. Wie so vielen anderen Künstlern jener Zeit wurde er seiner Kunstfreiheit beraubt.

Die Briefmarke zeigt sein wohl berühmtestes Kunstwerk: „Der Schwebende“, welches 1927 zur 700–Jahrfeier des Güstrower Doms als Mahnmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs, eingeweiht wurde. Jedoch wurde die Bronzestatue 1941 in Güstrow als „Metallspende des deutschen Volkes“ durch die Nationalsozialisten eingeschmolzen. Welch ein Verlust für die deutsche Kunst!

Diese Briefmarke ehrt zum einen die Lebensleistung Barlachs und dient gleichzeitig auch als Mahnmal für uns, dass sich die Gräueltaten der Nationalsozialisten nie wieder wiederholen dürfen.

Ich bin mir sicher, dass es Ernst Barlach gefallen hätte, dass wir die Sonderbriefmarke mit dem „Kopf des Schwebenden“ ausgerechnet am 27. Januar 2020 – 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz – in seiner Heimat Güstrow präsentiert haben.

Die Briefmarke hat den für einen Maxibrief maßgebenden Portowert von 270 Cent und ist seit dem 02. Januar in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.