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Ehrung für verdiente Sozialdemokratin Antje-Marie Steen

Pressemitteilungen

08.03.2019

Langjährige Bundestagsabgeordnete feiert am 11. März Geburtstag - Bettina Hagedorn ehrte sie am 2. März für ihr jahrzehntelanges Engagement mit der Gedenkmünze „100 Jahre Frauenwahlrecht“
(anbei Fotos zur freien Verwendung – Quelle: Büro Hagedorn)

Am 11. März feiert die langjährige SPD-Abgeordnete Antje-Marie Steen in Grömitz ihren Geburtstag – wie immer drei Tage nach dem Internationalen Frauentag am 8. März. Dieses Datum ist bedeutsam für die Abgeordnete, die jahrzehntelang eine starke politische Vorkämpferin für Frauenrechte und die Beteiligung von Frauen in allen wichtigen Institutionen war. Bei der Mitgliederversammlung der SPD Ostholstein am 02. März 2019 würdigte Bettina Hagedorn darum ihre verdiente Vorgängerin im Deutschen Bundestag und verlieh ihr als besondere Anerkennung die Gedenkmünze in Silber zu „100 Jahren Frauenwahlrecht“. Bettina Hagedorn, als Nachfolgerin Steens seit 2002 Bundestagsabgeordnete für Ostholstein und heute Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, erinnert sich:

„Antje-Marie Steen wurde 1970 Mitglied der SPD und war Gemeindevertreterin und später eine der ersten weiblichen Fraktionsvorsitzenden in der Kommunalpolitik in Ostholstein. 1982 wurde sie zusätzlich Kreistagsabgeordnete und später als eine der ersten Frauen ‚Kreisrätin‘ – sie war stets unbequeme und häufig kompromisslose Vorreiterin in vielen diesen Bereichen. Unter anderem verdanken wir ihr und ihren Mitstreiterinnen in dieser Zeit die Gründung des Frauenhaus- Vereins in Ostholstein mit dem Ziel, die Rechte misshandelter oder von Gewalt bedrohter Frauen zu stärken. Ihr Engagement in diesem Bereich setzte sie in Führungsverantwortung in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) auf Landes- und Bundesebene fort. 1990 gelang ihr für die SPD-Ostholstein der Einzug in den Deutschen Bundestag, dem sie drei Legislaturperioden bis 2002 angehörte. Dort gehörte sie mehreren Ausschüssen an – herausragend bleibt aber ihre Arbeit in den Ausschüssen für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, wo sie maßgeblich für die Rechte von Menschen mit Behinderung kämpfte, im Ausschuss für Gesundheit, wo sie sich u.a. für mehr Prävention – wie z.B. für die Brustkrebsfrüherkennung – einsetzte sowie von 1998 bis 2002 im Haushaltausschuss des Bundestages. Parallel übernahm Antje-Marie Steen von 1997 bis 2002 den Kreisvorsitz der SPD in Ostholstein in schwieriger Zeit. Ich ziehe meinen Hut vor der Lebensleistung dieser großartigen, kämpferischen und gradlinigen Sozialdemokratin. Darum bin ich froh, dass ich ihr Engagement mit der Verleihung der silbernen Gendenkmünze des Finanzministeriums zu ´100 Jahre Frauenwahlrecht´ als Anerkennung und mit Dank überreichen konnte. Sie ist die 11. Frau, die seit der öffentlichen Präsentation dieser Münze am 12. November 2018 zum Festakt ´100 Jahre Frauenwahlrecht´ im Historischen Museum in Berlin von mir auf diese Art geehrt wurde: zuvor haben diese Münze bereits die ehemaligen Frauenministerinnen Dr. Angela Merkel, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Ursula Lehr, Christine Bergmann, Manuela Schwesig, Katarina Barley und die heutige Familienministerin Franziska Giffey von mir erhalten sowie herausragend Engagierte wie Prof. Dr. Gesine Schwan, Elke Ferner und Caren Marks. Antje-Marie Stehen hat diese Auszeichnung mehr als verdient.“

Antje-Marie Steen zeigte sich auf der Mitgliederversammlung sichtlich gerührt. Die SPD sei nach wie vor ihr Leben, schloss die 81-Jährige in ihrer Dankesrede. Die SPD dürfe in ihren Forderungen nicht nachlassen.

Der jetzige SPD-Kreisvorsitzende Vorsitzende Niclas Dürbrook bedankte sich ebenfalls: „Wir haben viele tolle Mitglieder in der SPD Ostholstein, auf deren Engagement wir zu Recht stolz sind. Trotzdem sticht Antje-Marie Steen hervor: Als Kommunalpolitikerin, ehemalige Kreisvorsitzende und natürlich durch ihre langjährige Arbeit im Deutschen Bundestag. Herzlichen Glückwunsch, liebe Antje-Marie!“

Antje- Marie Steen wurde am 11. März 1937 an der Spree geboren. Sie besuchte die Realschule in Grömitz und wurde Apothekenhelferin. Von 1957 bis 1981 war sie in ihrem gelernten Beruf tätig, 1983 – 1990 ging sie – neben ihrer ehrenamtlichen Kommunalpolitik - in den Einzelhandel als Drogistin.

Hagedorn: „Am heutigen Internationalen Frauentag ist es wichtig, sich nicht nur an 100-Jahre-Frauenwahlrecht zu erinnern und daran, wie lange und wie hart es von mutigen Frauen wie Marie-Juchacz erstritten werden musste, sondern auch an 70 Jahre Demokratie in Deutschland und daran, dass erst mit der Verabschiedung des Grundgesetztes 1949 die Gleichberechtigung von Männern und Frauen Verfassungsrang erhielt. Damals waren es die ´Mütter des Grundgesetzes´ - Frauen wie die SPDAbgeordnete Elisabeth Selbert – die gegen massiven Widerstand den Artikel 3 im Grundgesetz politisch durchsetzten: ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.‘ Auch 70 Jahre später ist dieser Verfassungsgrundsatz im deutschen Alltag noch nicht vollkommen erfüllt – es gibt noch viel zu tun!“