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Son­der­post­wert­zei­chen „Wil­ly Brandt – Knie­fall von War­schau vor 50 Jah­ren“

Pressemitteilungen

04.12.2020

Bei der Vorstellung der großartigen Sonderbriefmarke "Willy Brandt - 50 Jahre Kniefall von Warschau" im Bundesministerium der Finanzen. (Foto: Büro Hagedorn)
 

Am 7. Dezember 1970 fiel Willy Brandt vor dem Denkmal für den Warschauer Ghetto-Aufstand von 1943 auf die Knie. Zum 50. Jahrestag dieses denkwürdigen und symbolträchtigen Moments gibt das Bundesministerium der Finanzen mit Finanzminister Olaf Scholz das Sonderpostwertzeichen "Willy Brand – Kniefall von Warschau vor 50 Jahren" heraus. Es ist jetzt in allen Postfilialen erhältlich!

Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen erklärt: "Diese schöne Briefmarke erinnert an den 7. Dezember 1970, als Bundeskanzler Willy Brandt als 1. Westdeutscher Regierungschef nach dem 2. Weltkrieg nach Warschau gereist war und dort einen Kranz am Ehrenmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto 1943 niederlegte. Sein spontaner Kniefall wird bis heute weltweit als Geste bewertet, die erst den Weg zu Versöhnung und Verständigung mit den Polen und Juden freimachte. Dieser Kniefall berührte nicht nur weltweit, sondern er wurde als Geste der Demut, der Trauer und der Scham als glaubwürdiger angesehen als alle Worte es je hätten sein können: Dieser Kniefall von Warschau wurde 1970 in den bundesdeutschen Medien durchaus auch kritisch kommentiert und war nicht unumstritten. Der ´Spiegel´ allerdings formulierte damals zutreffend: ´Dann kniet er, der das nicht nötig hat, für all die, die es nötig haben, aber nicht da knien, weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können.´ Heute ist Willy Brandts ´Kniefall von Warschau´ das herausragende Symbol für die Verständigung und Versöhnung der Deutschen mit ihren östlichen Nachbarn, die im Zweiten Weltkrieg von Hitler-Deutschland überfallen worden waren und durch die Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unermessliches Leid erfahren mussten. Mit seiner großartigen Geste gedachte Willy Brandt nicht nur der Opfer des von den deutschen Besatzern auf die brutalste Weise niedergeschlagenen Aufstands im jüdischen Ghetto. Seine Gedanken waren bei den Millionen Toten, darunter sechs Millionen europäische Juden, die zu einem großen Teil in den deutschen Vernichtungslagern auf polnischem Boden ermordet worden waren. Zugleich bat der Sozialdemokrat – selbst ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus – mit dem Kniefall stellvertretend für seine Landsleute stumm um Vergebung für die zahllosen Verbrechen, die von Deutschen während des Krieges vor allem in Polen verübt worden waren.“

Das Bild des knienden Bundeskanzlers ging um die Welt und wurde zu einer fotografischen Ikone. Die Szene zählt zu einem der bewegendsten historischen Momente in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und markiert einen Meilenstein im innereuropäischen Versöhnungsprozess wie auch in der schwierigen Auseinandersetzung unseres Landes mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. 

Hagedorn weiter: „Ein schönes Symbol: Die Briefmarke mit einem Porto von 1,10 Euro ist geeignet für die Frankierung von Briefen nach Europa und in die ganze Welt. Ich bin sicher: Willy Brandt hätte diese kleine aber feine Geste gefreut!“